5. Mai 2021

Neugier

„Neugierig zu sein bedeutet, eine Offenheit für und eine aktive Suche nach neuen Informationen. Es bedeutet auch Fakten zu akzeptieren, die nicht in die eigene Weltanschauung passen und ihre Konsequenzen zu verstehen zu versuchen. Es bedeutet, dass eigene Fehler zu Neugier und nicht zu Verlegenheit führen. =>Wie konnte ich mich bei dieser Tatsache nur so irren? Was kann ich aus diesem Fehler lernen?“ – Hans Rosling, Ola Rosling & Anna Rosling Rönnlund, Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist (New York: Flatiron Books, 2018), S.249.

Du bist aber neugierig! Klingt dieser Satz auch in Ihren Ohren?

Neugierig zu sein wird oftmals als negative Eigenschaft bewertet. Allerdings ohne Neugier, also ohne Interesse an Neuem, ohne Gier nach Neuem, gibt es keine Entwicklung. Neugier ist der Motor für neue Prozesse.

Schon im Kindesalter gehört Neugier zum Alltag. Kinder stellen viele Fragen, lassen nicht locker und probieren Dinge aus. Diese Offenheit, dieses Interesse, diese Unbefangenheit im Umgang mit Nichtwissen, ist Grundlage für Lernprozesse und neue Erfahrungen. Leider gewöhnen wir uns im Laufe des Erwachsenwerdens meist ab, neugierig zu sein und Fragen zu stellen, um zu verstehen und zu lernen. Wir haben irgendwann gelernt, es könnte einen schlechten Eindruck machen, wenn man etwas nicht weiß oder wenn man zu viele Fragen stellt. Dabei entstehen viele Missverständnisse, weil Dinge unausgesprochen bleiben und eben aus Angst, als Nichtwissend dazustehen, nicht nachgefragt wurden. Im späteren Berufsleben erlernen wir dann in Kommunikationstrainings wieder die Fähigkeit Fragen zu stellen, aktiv zuzuhören und nachzufragen, um die Verständigung zwischen Menschen positiv zu gestalten.

Durch den Verlust von Neugier, verlieren wir Chancen dazuzulernen. Wir „schmoren in unserem eigenen Saft“, bleiben in unserer Komfortzone, entwickeln uns dadurch weniger weiter. Neugier beschert uns Überraschungen, Entdeckungen, neue Eindrücke, neues Wissen, manchmal auch Herausforderungen, die wir vorher nicht gesehen haben.  Auf jeden Fall sorgt Neugier für Bewegung im Kopf, denn immer wenn das Gehirn mit unbekannten Eindrücken konfrontiert wird, erhöht sich die Dopaminausschüttung – unser Glückshormon kommt in Umlauf und beschert uns Freude, Fröhlichkeit sogar Hochgefühl. Allein deshalb sollten wir uns diese wichtige Eigenschaft bewahren oder wieder neu entdecken.

Ich hoffe, Sie sind neugierig geworden oder stellen sich zumindest inzwischen die Frage, wie Sie ihre Neugier aktivieren können oder wie Sie auch in ihrem Unternehmen eine Kultur der Neugier und Offenheit entwickeln können. In jedem Fall erst einmal, indem Sie selbst mit Offenheit und vielen Fragen im Unternehmensalltag unterwegs sind. Sicher eine erste Herausforderung, weil wir oft besser darin sind für alles bereits Antworten zu haben.

Hier kommen noch ein paar interessante Literaturempfehlungen, um dieses Thema zu vertiefen und um Ihre Neugier zu befriedigen:

  • Neugier – So schaffen Sie Lust auf Neues und auf Veränderung, Carl Naughton
  • 30-Minuten-Zukunftsmut – Carl Naughton, Andreas Steinle, GU Verlag
  • Neugier-Studie 2020 – Merck KGaA

Lassen Sie uns zusammenarbeiten.

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