9. Juli 2021

Innehalten und sich Zeit nehmen

Hier bin ich. Ich bin der Moment, in dem Sie diesen Text lesen.

Wie fühlen Sie sich, während ich da bin? Gelassen, entspannt, nachdenklich, gestresst? Vielleicht lesen Sie auch nicht, sondern überfliegen nur schnell den Text und scannen nach Schlagworten. Der Moment jedenfalls, indem Sie begannen, den Text zu lesen, ist mittlerweile verstrichen, denn Sie haben bereits den sechsten Satz erreicht.

“Was dir so kostbar erscheint, ist nicht die Zeit, sondern der einzige Punkt, der außerhalb der Zeit liegt: das Jetzt. Das allerdings ist kostbar. Je mehr du dich auf die Zeit konzentrierst, auf Vergangenheit und Zukunft, desto mehr verpasst du das Jetzt, das Kostbarste, was es gibt.” Eckhart Tolle

Das Verweilen im Jetzt, im gegenwärtigen Moment nimmt auch im Buddhismus eine zentrale Rolle ein.

Buddha sagt: "Unsere Verabredung mit dem Leben findet im gegenwärtigen Augenblick statt. Und der Treffpunkt ist genau da, wo wir uns gerade befinden."

Jeder Moment bietet das Potential, um Gegenwärtigkeit zu üben. Momente, in denen an der Kasse im Supermarkt, an der roten Ampel oder auf das nächste Fußballspiel gewartet wird, werden oft genutzt, für das Denken an Dinge, die zu erledigen sind, Sorgen über eine hohe Rechnung oder vielleicht das Ärgern über einen Arbeitskollegen. Die Gedanken springen in die Zukunft oder Vergangenheit und schenken dem gegenwärtigen Augenblick meist wenig Beachtung.  Für diese Momente gibt es im Buddhismus Achtsamkeitsübungen, die bei jeder passenden Gelegenheit durchgeführt werden können.

Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit bewusst, um im gegenwärtigen Moment zu sein. Eine kleine Übung:

Schalten Sie Geräte wie Radio, Fernseher, Handy aus. Öffnen Sie ein Fenster oder die Tür und lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Geräusche der Personen in Ihrer Umgebung, das Rascheln der Blätter, das Zwitschern der Vögel.

Beobachten Sie Ihre Umgebung, wenn Sie können, länger als einen Augenblick. Beobachten ist wie einen Film schauen mit Darstellern und Handlungssträngen. Sie können auch während einer Besprechung mit Kollegen beobachten, was vor sich geht. Die Worte und Körpersprache der anderen, der Tonfall, nehmen Sie wahr, was passiert. Desto häufiger Sie Ihre Aufmerksamkeit trainieren, desto mehr Kleinigkeiten werden Ihnen auffallen, Sie werden aufmerksamer.

Atmen und Meditieren sind die nächsten Schritte, um nach buddhistischer Vorstellung Achtsamkeit zu üben und innezuhalten. Eine Anleitung zur Förderung Ihrer Achtsamkeit und Beobachtungsfähigkeit:

3 Minuten Atemraum

Minute 1 - Fokus nach Innen – Beobachten Sie Gedanken, Gefühle, Empfindungen.

Minute 2 - Fokus auf den Atem – Beobachten Sie wie der Atem in den Körper kommt/strömt/fließt und ihn wieder verlässt.

Minute 3 - Fokus Körper – Atmen Sie in der Vorstellung in den ganzen Körper hinein, mit dem ganzen Körper.

Wenn Sie möchten, dehnen Sie zum Abschluss in der Vorstellung den Raum, den Ihr Atem einnimmt, noch über den physischen Körper hinaus.

Abschließen möchte ich diesen Artikel zum Thema Innehalten und sich Zeit nehmen mit einem letzten Zitat von Eckhart Tolle, für das Sie sich gern Zeit nehmen können, um ein wenig darüber  nachzudenken 😉

"Schauen wir genauer hin, existiert Zeit gar nicht. Es ist immer nur Jetzt. Jetzt sind diese Worte zu hören, jetzt spüre ich Lebendigkeit im Körper. Vergangenheit und Zukunft gibt es nur in unseren Gedanken – wie bin ich hierhergekommen, was mache ich später? Doch auch diese Gedanken tauchen jetzt auf. Alles, das Leben selbst, ist immer Jetzt, nur jetzt. Eigentlich ganz einfach. Dennoch scheinen wir alle von der Zeit beherrscht zu sein. Von dieser Zeitlinie, die sich angeblich von der Vergangenheit in die Zukunft erstreckt. Warum geschieht es so selten, dass wir durch diese illusionäre Oberfläche vertikal in die Tiefe der Gegenwärtigkeit vorstoßen?"   Eckhart Tolle

Dieser Monatsbeitrag wurde geschrieben von Julius Thürmer.

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