5. August 2021

Stressmanagement

Stress entsteht im Kopf und jeder Mensch besitzt eine individuelle Bewältigungsstrategie für  den Umgang mit Stress. Durch individuelle Wahrnehmung und Bewertung von Situationen werden die Weichen für körperliche und geistige Stressreaktionen gestellt. Stress kann positiv oder negativ erlebt werden. Unser Denken hat also Einfluss auf unser Stressempfinden.

Wir können entscheiden, was wir denken bzw. wie wir bestimmte Situationen bewerten wollen.

Folgt man dieser These, liegt es in unserer Macht, ob wir positiven oder negativen Stress empfinden. Positiver Stress ist endorphin-gesteuert, wirkt belebend, bringt angenehme Glücksgefühle und verleiht vorübergehend „Flügel“ oder „Bärenkräfte“.  Negativ bewerteter Stress wird als belastend erlebt und äußert sich in Symptomen wie z.B. Verspannungen, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen.

Mit bewusster Veränderung der Bewertung bestimmter Situationen können wir Einfluss nehmen, auf unsere persönliche Stressresistenz, unsere Widerstandskraft im Umgang mit stressvollen Situationen.

Unsere Widerstandskraft kann sich verändern, wenn wir lernen, Situationen weniger negativ zu bewerten.

Zusätzlich zur individuellen Widerstandskraft, hat die Evolution uns Menschen mit einem automatischen Notfallsystem ausgestattet, welches in herausfordernden Situationen „anspringt“. Unsere evolutionäre Stressautomatik ist für kurzfristigen Stress ausgelegt (Säbelzahntiger – Überleben – Flucht oder Kampf). Der Körper stellt sich reflexartig auf Flucht oder Kampf ein. Die Hormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet, Puls und Blutdruck steigen. Der Körper stellt für diese Situation ein Höchstmaß an Energie zur Verfügung. Unser Organismus produziert Stresshormone und unser Körper reagiert darauf. Ist die Gefahr vorüber, folgt ein Abbau der Stresshormone. Eine automatische Erholungsphase beginnt und damit eine Entspannung für Körper und Psyche. Diese Erholungsphase und damit verbundener Abbau der Stresshormone ist wichtig, um langfristig gesund und leistungsfähig zu bleiben.  Eine dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel im Körper z.B. erschöpft die körpereigene Anpassungsenergie. Auf psychischer Ebene wird unsere Widerstandskraft und Konzentrationsfähigkeit geschädigt, körperlich sind Stoffwechselstörungen, Entzündungskrankheiten, Schwächung des Immunsystems die Folge.

Unsere Stressautomatik gibt uns somit einen sehr wichtigen Hinweis: Es muss immer einen Wechsel zwischen Stress und Erholung geben, um wieder zurück in die Balance zu kommen.

Wichtiges Element für Stressbewältigung ist also die persönliche Balance zwischen Anspannung und Entspannung und damit verbundene Vorbeugung von dauerhafter Anspannung.

Nutzen Sie folgende Anregungen für Ihr eigenes Stressmanagement:

  • Erhöhen Sie Ihre persönliche Sensibilität und setzen Sie sich mit Ihrer persönlichen Bewältigungsstrategie für den Umgang mit Stress auseinander? Wie bewerten Sie herausfordernde Situationen?
  • Spüren Sie Ihre Energiequellen und Energieräuber auf.
    • Was gibt mir körperlich, geistig, emotional Kraft und was entzieht mir Kraft?
    • Energieräuber ausschalten, Energiequellen füllen.
  • Beugen Sie Überlastung vor.
    • Ausreichend Schlafen - Regelmäßig trinken - Störfaktoren ausschalten - Schreibtisch aufräumen - Pausen einlegen - Spazierengehen - für Ausgleich sorgen – Entspannungstechniken nutzen.
    • Trainieren Sie Ihre Selbstwahrnehmung. Seien Sie achtsam im Umgang mit sich selbst, um rechtzeitig zu bemerken, wenn Ihnen die Balance verloren geht.  Lesen Sie dazu ergänzend den Aktuell-Artikel aus dem Monat Juli zum Thema Innehalten und sich Zeit nehmen.

Dieser Beitrag wurde geschrieben von Julius Thürmer und Gabriele Wilk.

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