8. Dezember 2021

Alle Dinge sind schwer, bevor sie leicht werden. Thomas Fuller

Lernbereitschaft ist der Wunsch neues Wissen zu erwerben und sich weiterzuentwickeln. Eine lernbereite Person möchte seinen Horizont erweitern und sich beispielsweise im beruflichen Umfeld modernen Trends und Entwicklungen öffnen, aber auch wichtige Fähigkeiten ausbauen wie Kommunikationsfähigkeit, soziales Bewusstsein oder Zeitmanagement.

Mitarbeiter mit einer ausgeprägten Lernbereitschaft benötigen häufig weniger  Führung und neigen dazu andere Mitarbeiter zu unterstützen und zu motivieren. Insbesondere bei der Zusammenarbeit mit erfahrenen Kollegen kann eine offene Lerneinstellung optimale Erfolge liefern. Die Improvisationsfähigkeit, also das Einstellen auf neue, unbekannte Situationen erhöht sich mit zunehmendem Selbstvertrauen sowie einem breiten Spektrum an Erfahrungen und Kenntnissen.

Ich lehre meinen Schülern nichts; Ich versuche nur Bedingungen für sie zu schaffen, in denen sie lernen können.“ Albert Einstein

Doch nicht nur die Einstellung der lernenden Person ist von Bedeutung, auch das Umfeld ist entscheidend. Gebildete und inspirierende Menschen, die gern Wissen teilen, können eine positive Atmosphäre schaffen, in der sie sich selbst, aber auch ihre Mitmenschen zum gemeinsamen Lernen und Weiterentwickeln anregen können. Menschen, die bei ihrer Suche nach Rat unterstützt und nicht abgetan werden, sind geneigter andere Meinungen zu verarbeiten und anzunehmen. Stolz, Arroganz und Besserwisserei können dabei giftigauf die Lernkultur wirken.

Ein weiterer wichtiger Punkt für eine inspirierende Lernkultur  ist eine adäquate Feedback- und positive Entwicklungskultur. Fehler sind sehr wichtige Werkzeuge für das Lernen, wenn der Umgang mit ihnen in einem sinnvollen und fördernden Rahmen stattfindet. Lesen Sie dazu den Aktuell-Beitrag vom März 2021. Diesen fördernden Rahmen zu ermöglichen, ist wichtige Aufgabe von Organisationsentwicklung. Es lohnt sich z.B. Reflexions- und Feedbackschleifen einzuführen, um Vorgehensweise zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Dies kann ein gemeinsamer Entwicklungsprozess des Managements und der Mitarbeitenden eines Unternehmens sein.

Eine spannende Methode in diesem Zusammenhang ist das  „YES and“ Prinzip? Dieses Prinzip wurde von Keith Johnstone, Begründer des modernen Improvisationstheaters, entwickelt. Es bedeutet, dass ein Angebot oder ein Vorschlag mit einem „JA“ angenommen und dann mit „UND“ etwas Eigenes hinzugefügt wird.  

Unkonventionellen Ideen, Herausforderungen oder Veränderungen wird im Alltag  häufig mit „JA, ABER…“ begegnet. Diese Haltung ist abgrenzend, eher demotivierend.

Mit dem „Yes and“ Prinzip kann der achtsame, wache und aufmerksame Umgang miteinander trainiert und damit die Grundlage dafür geschaffen werden, dass improvisiertes Handeln auf einer professionellen Ebene möglich wird. Dabei wird die Zusammenarbeit geprägt von einer inneren Haltung der Wertschätzung und des Vertrauens. Die Akteure signalisieren sich Offenheit für Ideen, dass  sie sich ernst nehmen und respektieren sowie eine Lösung gemeinsam entwickeln wollen. Der Entscheidende Unterschied zwischen „Ja aber“ und „Yes and“ ist also die Aufnahme des Gesagten und die Verbindung mit hinzugefügten Ideen, wodurch ein gemeinsames Konstrukt aus verschiedenen Quellen entsteht, während „Ja aber“ eine Kontraposition erzeugt.

Durch „Yes and“ wird der Prozess anregend und horizonterweiternd. Dies öffnet für Neues, ermöglicht neue Perspektiven, schafft einen Rahmen für Lernkultur. Wird durch einen Vorgesetzten/eine Vorgesetzte das „YES AND…“-Prinzip kultiviert,  entsteht dadurch eine Atmosphäre der Offenheit und des Interesses an Meinungen anderer. Teamkultur, Miteinander und Zusammenarbeit werden gefördert.

Probieren Sie das „YES and“ Prinzip aus!

Julius Thürmer

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