Hier bin ich. Ich bin der Moment, in dem Sie diesen Text lesen.

Wie fühlen Sie sich, während ich da bin? Gelassen, entspannt, nachdenklich, gestresst? Vielleicht lesen Sie auch nicht, sondern überfliegen nur schnell den Text und scannen nach Schlagworten. Der Moment jedenfalls, indem Sie begannen, den Text zu lesen, ist mittlerweile verstrichen, denn Sie haben bereits den sechsten Satz erreicht.

“Was dir so kostbar erscheint, ist nicht die Zeit, sondern der einzige Punkt, der außerhalb der Zeit liegt: das Jetzt. Das allerdings ist kostbar. Je mehr du dich auf die Zeit konzentrierst, auf Vergangenheit und Zukunft, desto mehr verpasst du das Jetzt, das Kostbarste, was es gibt.” Eckhart Tolle

Das Verweilen im Jetzt, im gegenwärtigen Moment nimmt auch im Buddhismus eine zentrale Rolle ein.

Buddha sagt: "Unsere Verabredung mit dem Leben findet im gegenwärtigen Augenblick statt. Und der Treffpunkt ist genau da, wo wir uns gerade befinden."

Jeder Moment bietet das Potential, um Gegenwärtigkeit zu üben. Momente, in denen an der Kasse im Supermarkt, an der roten Ampel oder auf das nächste Fußballspiel gewartet wird, werden oft genutzt, für das Denken an Dinge, die zu erledigen sind, Sorgen über eine hohe Rechnung oder vielleicht das Ärgern über einen Arbeitskollegen. Die Gedanken springen in die Zukunft oder Vergangenheit und schenken dem gegenwärtigen Augenblick meist wenig Beachtung.  Für diese Momente gibt es im Buddhismus Achtsamkeitsübungen, die bei jeder passenden Gelegenheit durchgeführt werden können.

Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit bewusst, um im gegenwärtigen Moment zu sein. Eine kleine Übung:

Schalten Sie Geräte wie Radio, Fernseher, Handy aus. Öffnen Sie ein Fenster oder die Tür und lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Geräusche der Personen in Ihrer Umgebung, das Rascheln der Blätter, das Zwitschern der Vögel.

Beobachten Sie Ihre Umgebung, wenn Sie können, länger als einen Augenblick. Beobachten ist wie einen Film schauen mit Darstellern und Handlungssträngen. Sie können auch während einer Besprechung mit Kollegen beobachten, was vor sich geht. Die Worte und Körpersprache der anderen, der Tonfall, nehmen Sie wahr, was passiert. Desto häufiger Sie Ihre Aufmerksamkeit trainieren, desto mehr Kleinigkeiten werden Ihnen auffallen, Sie werden aufmerksamer.

Atmen und Meditieren sind die nächsten Schritte, um nach buddhistischer Vorstellung Achtsamkeit zu üben und innezuhalten. Eine Anleitung zur Förderung Ihrer Achtsamkeit und Beobachtungsfähigkeit:

3 Minuten Atemraum

Minute 1 - Fokus nach Innen – Beobachten Sie Gedanken, Gefühle, Empfindungen.

Minute 2 - Fokus auf den Atem – Beobachten Sie wie der Atem in den Körper kommt/strömt/fließt und ihn wieder verlässt.

Minute 3 - Fokus Körper – Atmen Sie in der Vorstellung in den ganzen Körper hinein, mit dem ganzen Körper.

Wenn Sie möchten, dehnen Sie zum Abschluss in der Vorstellung den Raum, den Ihr Atem einnimmt, noch über den physischen Körper hinaus.

Abschließen möchte ich diesen Artikel zum Thema Innehalten und sich Zeit nehmen mit einem letzten Zitat von Eckhart Tolle, für das Sie sich gern Zeit nehmen können, um ein wenig darüber  nachzudenken 😉

"Schauen wir genauer hin, existiert Zeit gar nicht. Es ist immer nur Jetzt. Jetzt sind diese Worte zu hören, jetzt spüre ich Lebendigkeit im Körper. Vergangenheit und Zukunft gibt es nur in unseren Gedanken – wie bin ich hierhergekommen, was mache ich später? Doch auch diese Gedanken tauchen jetzt auf. Alles, das Leben selbst, ist immer Jetzt, nur jetzt. Eigentlich ganz einfach. Dennoch scheinen wir alle von der Zeit beherrscht zu sein. Von dieser Zeitlinie, die sich angeblich von der Vergangenheit in die Zukunft erstreckt. Warum geschieht es so selten, dass wir durch diese illusionäre Oberfläche vertikal in die Tiefe der Gegenwärtigkeit vorstoßen?"   Eckhart Tolle

Dieser Monatsbeitrag wurde geschrieben von Julius Thürmer.

Um die Kompetenz der Chancenorientierung zu entwickeln ist es zunächst wichtig, die Konzentration nicht länger als notwendig auf die Analyse von Fehlern und Problemen zu richten. Die Aufmerksamkeit sollte vor allem auf mögliche Lösungen und Chancen gerichtet sein, die in vermeintlichen Schwierigkeiten oder Herausforderungen stecken.

Unternehmen die eine Kultur der Chancenorientierung etablieren, pflegen eine grundsätzlich positive optimistische Grundhaltung, fördern Werte wie Offenheit, Neugierde, Perspektivwechsel und Kreativität. Es geht hier stets darum sich weiterzuentwickeln, zu lernen und neue Lösungen zu finden.

Das Aufbauen auf vorhandene Stärken, die bereits erfolgreich gemacht haben, ist Teil der Unternehmenskultur.

Wenn in ihrem Unternehmen die Chancenorientierung noch ausbaufähig ist, ist folgende Methode ein interessanter Ansatz. "Appreciative Inquiry“ (AI), eine Methode der wertschätzenden Organisationsentwicklung, entwickelt von Suresh Srivastva und David Cooperrider, Professor für soziales Unternehmertum an der Weatherhead School of Management, richtet ganz bewusst den Fokus auf vorhandene Kompetenzen und Erfolge.

 "Appreciative Inquiry" lässt sich salopp so übersetzen: Mehr von dem was gut funktioniert.

Bei Anwendung der AI wird die Aufmerksamkeit im Unternehmen ganz bewusst auf Erfolge, Stärken, positive Aspekte und vorhandenes Potenzial gelenkt. In dieser optimistischen Konsequenz steckt die Überzeugung, dass sich Unternehmen immer in die Richtung entwickeln, worauf sie ihre Aufmerksamkeit richten und was sie untersuchen (nach Bonsen, Maleh). Gelingt es also, den Fokus im Unternehmen auf den bereits bestehenden Erfolg auszurichten bzw. sich konsequent auf die positiven Erfahrungen der Vergangenheit zu konzentrieren, fördert dies die Organisationsentwicklung.  

So läuft ein AI-Prozess üblicherweise ab:

  1. Bestimmen welches Thema untersucht/analysiert werden soll.
  2. Wahrnehmen und wertschätzen, was bisher alles gut läuft (Discovery).
  3. Erträumen, was noch alles sein soll (Dream).
  4. Ideen ausarbeiten/Maßnahmen ableiten (Design).
  5. Umsetzung der festgelegten Ziele - gemeinsam die Praxis für die Zukunft entwickeln z.B. neue Ideen umsetzen (Destiny).

Diese 5 Schritte können unterstützen mit positiven Informationen die Organisationsentwicklung zu fördern. Die bereits vorliegenden Erfolgserlebnisse im Unternehmen bilden die Basis für zukünftiges Handeln, sorgen für Motivation und Veränderungsmut. Fehlerfokussierung, Frustration, Verteidigungsdiskussionen, Schuldzuweisungen – kraftraubende Zeitfresser, gehören der Vergangenheit an.

In agilen Organisationen wird diese Haltung durch eine ressourcenorientierte Feedback-Kultur unterstützt, mit dem Fokus auf das, was gut gelingt. Wenn etwas gut funktioniert, mach mehr davon!

1. Was läuft gut, das sollte so beibehalten werden. (Beibehalten)

2. Das gibt es schon, kann noch verstärkt werden. (Mehr davon – Potenzial)

3. Hier gibt es etwas Neues, das sollten wir ausprobieren. (Neu)

Seit Anfang des Jahres erscheint regelmäßig auf der COWEO-Website ein aktueller Beitrag, der sich am Jahresthema des COWEO-Kalenders - Kraftvoll durch Krisen - orientiert.

Verfasst werden diese Beiträge übrigens von unserer Werkstudentin - Sophie. Sophie studiert im Master Erwachsenenbildung und beschäftigt sich jeden Monat mit dem Thema des Kalenders. Das Ergebnis der Vertiefung und Recherche findet sich dann im Aktuell-Beitrag wieder.

„Neugierig zu sein bedeutet, eine Offenheit für und eine aktive Suche nach neuen Informationen. Es bedeutet auch Fakten zu akzeptieren, die nicht in die eigene Weltanschauung passen und ihre Konsequenzen zu verstehen zu versuchen. Es bedeutet, dass eigene Fehler zu Neugier und nicht zu Verlegenheit führen. =>Wie konnte ich mich bei dieser Tatsache nur so irren? Was kann ich aus diesem Fehler lernen?“ – Hans Rosling, Ola Rosling & Anna Rosling Rönnlund, Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist (New York: Flatiron Books, 2018), S.249.

Du bist aber neugierig! Klingt dieser Satz auch in Ihren Ohren?

Neugierig zu sein wird oftmals als negative Eigenschaft bewertet. Allerdings ohne Neugier, also ohne Interesse an Neuem, ohne Gier nach Neuem, gibt es keine Entwicklung. Neugier ist der Motor für neue Prozesse.

Schon im Kindesalter gehört Neugier zum Alltag. Kinder stellen viele Fragen, lassen nicht locker und probieren Dinge aus. Diese Offenheit, dieses Interesse, diese Unbefangenheit im Umgang mit Nichtwissen, ist Grundlage für Lernprozesse und neue Erfahrungen. Leider gewöhnen wir uns im Laufe des Erwachsenwerdens meist ab, neugierig zu sein und Fragen zu stellen, um zu verstehen und zu lernen. Wir haben irgendwann gelernt, es könnte einen schlechten Eindruck machen, wenn man etwas nicht weiß oder wenn man zu viele Fragen stellt. Dabei entstehen viele Missverständnisse, weil Dinge unausgesprochen bleiben und eben aus Angst, als Nichtwissend dazustehen, nicht nachgefragt wurden. Im späteren Berufsleben erlernen wir dann in Kommunikationstrainings wieder die Fähigkeit Fragen zu stellen, aktiv zuzuhören und nachzufragen, um die Verständigung zwischen Menschen positiv zu gestalten.

Durch den Verlust von Neugier, verlieren wir Chancen dazuzulernen. Wir „schmoren in unserem eigenen Saft“, bleiben in unserer Komfortzone, entwickeln uns dadurch weniger weiter. Neugier beschert uns Überraschungen, Entdeckungen, neue Eindrücke, neues Wissen, manchmal auch Herausforderungen, die wir vorher nicht gesehen haben.  Auf jeden Fall sorgt Neugier für Bewegung im Kopf, denn immer wenn das Gehirn mit unbekannten Eindrücken konfrontiert wird, erhöht sich die Dopaminausschüttung – unser Glückshormon kommt in Umlauf und beschert uns Freude, Fröhlichkeit sogar Hochgefühl. Allein deshalb sollten wir uns diese wichtige Eigenschaft bewahren oder wieder neu entdecken.

Ich hoffe, Sie sind neugierig geworden oder stellen sich zumindest inzwischen die Frage, wie Sie ihre Neugier aktivieren können oder wie Sie auch in ihrem Unternehmen eine Kultur der Neugier und Offenheit entwickeln können. In jedem Fall erst einmal, indem Sie selbst mit Offenheit und vielen Fragen im Unternehmensalltag unterwegs sind. Sicher eine erste Herausforderung, weil wir oft besser darin sind für alles bereits Antworten zu haben.

Hier kommen noch ein paar interessante Literaturempfehlungen, um dieses Thema zu vertiefen und um Ihre Neugier zu befriedigen:

Neue Produkte, Projekttitel oder neue Ideen sind nicht ohne Kreativität umsetzbar. Es existieren verschiedene Methoden und Techniken, um Kreativität anzuregen. Der Wissenschaftsautor Stefan Klein schreibt in seinem aktuellen Beitrag im Zeit-Magazin Nr. 10 vom 4.3.21, dass Kreativität vor allem durch den Austausch der Menschen untereinander entsteht. (Lesen Sie dazu auch im Zeitmagazin Nr.10, vom 4.3.2021 - Keiner denkt für sich allein.) In glücklichen Momenten kann der menschliche Geist sich selbst übertreffen. Gute Ideen kommen uns meistens, wenn wir am wenigsten damit rechnen. Kreativität beschreibt die Eigenschaft, Neues und Wertvolles zu schaffen. In den letzten Jahren wurde bewiesen, dass kreatives Denken mit bestimmten Bewusstseinszuständen verbunden ist, mit denen der Geist kommuniziert. Einer dieser Zustände entsteht aus einem besonderen "Betriebsmodus" des Gehirns. In diesem "Modus" wird die Wahrnehmung der Außenwelt heruntergespielt, obwohl die Menschen an sich wach sind. Die Aufmerksamkeit wird auf die Innenwelt gerichtet, welche aus Erinnerungen, Gedanken und Vorstellungen besteht. In einem achtsamen Zustand können wir träumen, entstehen vor dem inneren Auge Bilder neuer Welten, in diesem Zustand stellt der Verstand neue Verknüpfungen her, er wird kreativ. Kreativität schafft es, Gegensätze, welche zunächst nur im Kopf entstehen, in Ideen zu vereinen, die dann in die praktische Umsetzung kommen können. Eine besonders interessante Form von Kreativität, und die am schwierigsten greifbare Form, ist die sogenannte transformative (spontane) Kreativität. Scheinbar aus dem Nichts, werden vorhandene Sichtweisen infrage gestellt. Bezogen auf ein Thema entstehen völlig neue Denkansätze, es werden bisher nicht gefragte Fragen formuliert, bisher gefestigte Konzepte werden infrage gestellt und neue Regeln geschaffen, nach denen Probleme gelöst werden können. Ein berühmtes Beispiel hierfür ist Einsteins Relativitätstheorie. Für diese kreative Leistung des Gehirns sind Anregungen von außen notwendig, geistige Werkzeuge und geeignetes Material. Jedoch die Menge der geistigen Werkzeuge, das Material und die Konzepte, aus welchen die Vorstellungskraft neue Ideen formt, entstehen nicht im Kopf von Einzelnen, sondern im Gedächtnis einer Gruppe oder eines Teams, welches kollektives Gehirn genannt wird.  Jedes System, jede Gesellschaft, jedes Unternehmen hat ein sogenanntes kollektives Gehirn, welches viele verschiedene Konzepte gespeichert hat. Werden in einem Team neue Ideen besprochen, welche andere Teams wiederum zum Ausgangspunkt für neue Einfälle nutzen, entwickelt sich das kollektive Gehirn weiter, wodurch schöpferisches Denken möglich wird. Die Entwicklung künstlicher Intelligenz reicht inzwischen auch in den Bereich der Kreativität. Jedoch sind wir Menschen den Maschinen mit unseren schöpferischen Potenzialen und unserer menschlichen Vorstellungskraft weiterhin überlegen. Nur wir Menschen können vor unserem inneren Auge Bilder entstehen lassen, die noch nicht da sind. Zu diesen Bildern können wir uns mit anderen austauschen, es entsteht eine Vielzahl unterschiedlichster Skizzen, die, wenn wir sie zusammenfügen unser kollektives Gehirn weiterentwickeln. Dafür müssen wir gemeinsam unserer Fantasie freien Lauf lassen, Bestehendes verändern oder aufgeben und Neues wagen. Durch gemeinsames Denken in einem Team, entsteht Kreativität, die künstlicher Intelligenz schöpferisch voraus ist.

Wenn Sie neue Projekte oder Produkte im Team erarbeiten wollen, können Kreativitätswerkstätten oder Zukunftsworkshops geeignete Instrumente im Unternehmen sein. Gründen Sie hierfür Kreativ-Teams, die sich aus Personen verschiedener Fachdisziplinen, unterschiedlichen Rollen und Erfahrungshorizonten zusammensetzen.  Nutzen Sie kreative Methoden (Brainstorming, Kopfstandtechnik, Assoziationen oder 6-Hüte-Sytsem), um den Ideenfluss anzuregen. So erhalten sie eine Diversität an Perspektiven, Ideen und Meinungen und fördern Kreativität.

Wandlungsfähige Unternehmen können schnell auf einen sich verändernden Markt und neue Bedingungen reagieren. Ein enormer Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Unternehmen. Wandlungsfähigkeit und Gestaltungskraft sind wichtige Kompetenzen einer entwicklungsorientierten Unternehmenskultur oder anders einer - positiven Entwicklungskultur.
In der Arbeitswelt liegt der Fokus häufig eher auf Fehlern und Mängeln, anstatt auf Stärken und Chancen. Fehler werden in unserer Gesellschaft nach wie vor eher als ein Makel und weniger als eine Chance für Lernprozesse gesehen. Für viele Menschen sind Fehler mit unangenehmen Emotionen wie Scham oder Versagen verknüpft. Emotionen, die Kraft kosten, anstatt zu beflügeln. Um Gestaltungskraft zu entwickeln braucht es Neugier, Mut und Lust, Ungewisses auszuprobieren, Emotionen die uns beflügeln. Viele Unternehmen arbeiten an ihrer Fehlerkultur, dem Umgang mit Fehlern und deren Folgen. Eine Fehlerkultur zu etablieren, um aus Fehlern zu lernen, ist grundsätzlich ein positiver Ansatz. Jedoch bleibt die Frage, ob der Blick auf Fehler tatsächlich – Neugier, Mut und Lust auf Veränderung erzeugt?
Warum nicht eher durch ein grundsätzliches Vertrauen in Fähigkeiten von Menschen an einer positiven Entwicklungskultur arbeiten?
Interessante Ansätze dazu finden sich in der Arbeit von B.F. Skinner, einem amerikanischen Verhaltensforscher, Vertreter des Behaviorismus. Sein Ansatz: In der positiven Verstärkung liegt der wirksamste Anreiz für Entwicklung.
Durch den Aufbau einer Entwicklungskultur verändert sich der Schwerpunkt im Unternehmen. Es geht nicht mehr länger um die organisierte Betrachtung von Fehlern (Fehlerkultur), sondern um die positive Bestärkung von Ressourcen und Erfahrungen (Entwicklungskultur). Durch gelebtes Vertrauen entsteht Mut aus Erfahrungen zu lernen und Neues auszuprobieren. Menschen entwickeln Gestaltungskraft, nehmen Dinge in die Hand und treiben voran. Eine völlig neue Arbeitsform entsteht. Mitarbeitende kommen plötzlich ungefragt mit Vorschlägen und Ideen, beginnen mitzudenken, sich verantwortlich zu fühlen.
Besitzen Sie persönlich Gestaltungskraft? Folgende Fragen/Anregungen können Sie nutzen mit Blick auf sich selbst, die eigene Gestaltungskraft zu entwickeln oder aber auch als Verantwortlicher im Unternehmen, Gestaltungskraft und Wandlungsfähigkeit zu fördern.

  1. Geben Sie Vertrauensvorschuss in Fähigkeiten, in Ihre eigenen oder in die Fähigkeiten von Kollegen oder Mitarbeitern.
  2. Wenn Sie Führungskraft sind, lenken Sie Ihren eigenen Blick auf Ressourcen, Erfahrungen, Erfolge und geben Sie dazu Feedback (positive Verstärkung).
  3. Verwandeln Sie Ihren persönlichen Kritiker in einen Unterstützer und Förderer.
  4. Schaffen Sie Fehlerkultur ab, bauen Sie eine Entwicklungskultur auf.
  5. Probieren Sie im Arbeitsalltag neue Arbeitsmethoden, die stark lösungsorientiert sind, zum Beispiel Design Thinking. Design Thinking bietet kreative Möglichkeiten sich auszuprobieren und neue Erfahrungen zu sammeln, um sich am Ende im Team für die beste Lösung zu entscheiden. Fehler spielen beim Design Thinking keine Rolle, im Gegenteil, es geht darum auszuprobieren, zu experimentieren, Erfahrungen zu sammeln, um Prozesse weiterzuentwickeln.

Der Begriff Selbstmanagement wird als Kompetenz gesehen, die eigene persönliche und berufliche Entwicklung weitgehend unabhängig von äußeren Einflüssen zu gestalten. Die Pandemie hat starken Einfluss auf unser Leben und fordert stärker denn je unser Selbstmanagement. Wir arbeiten im Home-Office bzw. wechseln zwischen Home-Office und Präsenz, wir organisieren das private Umfeld, die Familie, die Kontakte mit Freunden, das Studium... In allen Lebensbereichen sind wir selbst verantwortlich unsere beruflichen und privaten Ziele zu erreichen. Wie gelingt Ihnen Ihr Selbstmanagement? Aus welcher Perspektive schauen Sie auf Ihre Möglichkeiten, selbst verantwortlich Entscheidungen zu treffen? Ein Modell, welches zu einem Perspektivwechsel einlädt und so zur Konzentration auf eigene Ressourcen anregt, ist das „Opfer-Gestalter-Modell“ von Stephen R. Covey. Es kann Sie dabei unterstützen, aktiv zu werden und selbst Verantwortung zu übernehmen. Das Opfer-Gestalter-Modell geht davon aus, dass alle Ereignisse, die um uns herum geschehen und einen Einfluss auf unser Leben nehmen, in zwei Bereiche einzuteilen sind: den Betroffenheits- und den Einflussbereich.

Im Betroffenheitsbereich können Ereignisse eingeordnet werden, welche von uns nicht beeinflusst werden können. Hingegen beinhaltet der Einflussbereich  Verhaltensformen, die wir selbst vornehmen können, um selbst zu handeln oder Handlungen zu unterlassen oder andere zum Handeln zu bewegen. Je nachdem auf welchen Bereich Menschen den Fokus ihrer individuellen Wahrnehmung bzw. ihres Verhaltens richten, ergeben sich verschiedene Perspektiven, die Opfer- oder Gestalter-Perspektive.

Opfer-Perspektive

Gestalter-Perspektive

Überprüfen und (wenn notwendig) verändern Sie Ihre Perspektive. Klären Sie, welche Situationen, Herausforderungen durch Sie beeinflussbar sind. Werden Sie Gestalter und nehmen Sie Einfluss! Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit bewusst auf Bereiche, die Sie beeinflussen können.

Dinge, die nicht aktiv durch Sie beeinflussbar sind, akzeptieren Sie und geben hier keine Kraft hinein. Ärger, Wut, Unzufriedenheit – Emotionen, die entstehen können, wenn Sie aus der Opfer-Perspektive auf Lebenssituationen blicken – sind Emotionen die Kraft entziehen.  

Freude, Zufriedenheit, Verbundenheit – Emotionen, die entstehen können, wenn Sie aus der Gestalter-Perspektive auf Lebenssituationen blicken – sind Emotionen, die Kraft geben.

Überprüfen Sie also Ihre Perspektive. Entscheiden Sie, welche Situationen Sie annehmen, akzeptieren und damit loslassen wollen, weil Sie nicht in Ihrem Einflussbereich sind, es sich also auch nicht lohnt, weiter Kraft dort zu investieren. Erkennen Sie gleichzeitig, wie viele Themen ihres Lebens in Ihrem Einflussbereich sind. Erkennen Sie die Größe Ihres Handlungsspielraums, wenn Sie sich bewusst für Veränderung entscheiden. Anfängliche Unsicherheit bei Veränderungsprozessen wird sich in Kraft verwandeln, wenn Sie sich immer wieder bewusst für die Gestalter-Perspektive entscheiden.

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.  Antoine de Saint-Exupéry 

Wer sich schon einmal mit Visionsentwicklung beschäftigt hat, kommt an diesem wunderbaren Zitat von Exupéry nicht vorbei. Visionen sind das kraftvolle Instrument um Krisen zu durchschreiten. Nach dem ersten Schock und dem Annehmen, dass es nicht mehr so ist, wie es war, ist es wichtig mit dem gesamten Team ein neues gemeinsames Zukunftsbild zu entwickeln. Durch ein gemeinsames Zukunftsbild können Sehnsüchte geweckt werden, für die es sich wieder lohnt, es entstehen positive Emotionen, die Kraft geben.

Lassen Sie sich von Krisen nicht erschüttern, schauen Sie immer auch nach vorn, wie es weiter gehen kann. Wenn Sie diese Fähigkeit in Ihrer Unternehmenskultur konsequent fördern, behalten Sie auch in Krisen Kurs und haben intelligente Bewältigungsstrategien.

Seien Sie schon jetzt gespannt auf das Monatsthema im Februar – Selbstmanagement und Selbstverantwortung.

Das tolle Foto ist übrigens von Lars Ullrich Houschka aus Schwerin.

Wie meistern Unternehmen oder Teams leistungsstark und fokussiert Krisen?  Durch die Gestaltung einer widerstandsfähigen Unternehmenskultur! Entwickeln Sie dafür geeignete Kompetenzen, die jeden Einzelnen und somit die gesamte Belegschaft befähigen, Herausforderungen zu bewältigen. Im Rahmen der Resilienzforschung wurden Kompetenz- und Entwicklungsfelder für eine kraftvolle Unternehmens-, Führungs- und Teamkultur entwickelt (vgl. Kompetenzfelder RZT - Resilienz-Zirkel -, vgl. Ella Gabriele Amann; Training Aktuell-Mikro-Inputs-Resilienz). Unter anderem sind dies: Zukunftsgestaltung und Visionsentwicklung, Lösungsorientierung, Optimismus, Gestaltungskraft... COWEO hat diese Kompetenzen aufgegriffen und im diesjährigen Jahreskalender integriert. Für jeden Monat haben wir ein Kompetenzpaar ausgewählt, welches Unternehmenskultur krisenfest gestalten kann, wenn diese Kompetenzen im Unternehmen etabliert werden. Wir stellen in unserem Aktuell-Bereich jeden Monat ein Kompetenzpaar vor und geben Anregungen, wie diese Kompetenz aufgebaut werden können, um Krisen leistungsstark gemeinsam durchzustehen. Unser Thema im Januar:  Zukunftsgestaltung und Visionsentwicklung. Lesen Sie direkt den nächsten Beitrag.

Die Fotos zum jeweiligen Monatsthema sind übrigens alle von Ullrich Lars Houschka aus Schwerin.

Angebote für Online-Coaching gab es bereits vor Corona. Durch die aktuelle Einschränkung der Sozialkontakte hat dieses Coaching-Format jedoch stark an Bedeutung gewonnen.

Angebote für Online-Coaching gab es bereits vor Corona. Durch die aktuelle Einschränkung der Sozialkontakte hat dieses Coaching-Format jedoch stark an Bedeutung gewonnen.
Die Vorteile der Ortsunabhängigkeit und damit verbundenen Flexibilität liegen klar auf der Hand. Gleichzeitig bietet Online-Coaching eine professionelle Alternative, Coaching-Prozesse mit der aktuell nötigen räumlichen Distanz durchzuführen. Der Verlust der direkten persönlichen Ebene zwischen Coach und Klient ist dauerhaft nicht ersetzbar, kann jedoch durch Professionalität und eine virtuell vertrauensvolle Kommunikation ausbalanciert werden. Wichtige Faktoren der Beziehungsebene wie Körperhaltung, Mimik, Gestik, Blickkontakt, Stimme, Worte bleiben beim Online-Coaching ebenfalls im gegenseitigen Fokus. So ist auch in diesem Setting die bewusste Gestaltung der Beziehungsebene und der Aufbau einer Vertrauensebene realistisch möglich. Gleichzeitig gibt Online-Coaching Rückzugsraum für Reflexion während des Prozesses, aufgrund der fehlenden Präsenz des Coaches. Dies kann sich für die Klienten stärkend im Hinblick auf die persönliche Selbststeuerung auswirken. Probieren Sie es aus! Nehmen Sie Kontakt auf - wilk@coweo.de oder über 03863 225208.

Wenn Sie das Thema tiefer interessiert, können Sie sich auch in diesem Artikel informieren: https://www.coaching-magazin.de/wissenschaft/chancen-und-grenzen-von-online-coaching

www.coaching-magazin.de/wissenschaft/chancen-und-grenzen-von-online-coaching

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